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Im Ausbildungsverbund Westerwald Pflegefachkraft werden

Seit einem Jahr besteht der Ausbildungsverbund – Ein Zwischenfazit

Wer im Westerwald Pflegefachfrau oder Pflegefachmann werden will, findet eine  flexible Ausbildung vor der Haustür. Seit einem Jahr ist der Ausbildungsverbund Westerwald gegründet. Der Verbund besteht aus dem DRK Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Hachenburg und der Berufsbildenden Schule (BBS) in Westerburg. Dazu kommen 84 Pflegeeinrichtungen – zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegedienste, Pflegeheime. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es 35 Einrichtungen.
Barbara Kurowski-Wihl, Leitung der Fort- und Weiterbildung in Hachenburg, ist stolz auf das rasche Wachstum des Verbunds. „Der Ausbildungsverbund ist sehr schnell gewachsen und dadurch auch wirklich vielfältig geworden.“ Im kommenden Jahr, nach der Pandemie, hofft sie, dass alle Teile noch mehr zusammenwachsen. Auch Schulleiterin Corinna Kronsteiner-Buschmann findet die Zusammenarbeit bisher herausragend. „Wir sind hier in einer ländlichen Region. Wir bieten unseren Auszubildenden dennoch ein großes Netz an Praxisstationen. Wir sind sehr gut aufgestellt.“
Die Auszubildenden können ihre ersten praktischen Erfahrungen im gesamten Westerwald sammeln. Krankenhäuser, Pflegedienste, Altenheime, psychiatrische Kliniken und Kindertagesstätten, für den pädiatrischen Einsatz, sind bereit Pflegeschüler*innen aufzunehmen. Die breite Auswahl an Einrichtungen ist wichtig, denn seit 2020 wird eine Pflegefachkraft in allen Berufsfeldern der Pflege gleichwertig ausgebildet. Das bringt dem Pflegeberuf noch mehr Flexibilität.
Das Altenzentrum Haus Helena ist eine der zahlreichen Einrichtungen, in denen die praktische Ausbildung absolviert werden kann. Die Einrichtungsleitung Anja Kohlhaas bemerkt schon nach einem Jahr, dass die enge Zusammenarbeit mit den Schulen im Westerwald die  Ausbildung verbessert hat; zum Beispiel durch die neuen Konzepte in der Praxisanleitung. „Viele Praxisanleiterinnen werden freigestellt, um sich richtig Zeit für die Azubis zu nehmen. Wir merken jetzt schon, wie unsere Azubis davon profitieren“, erklärt Kohlhaas. In wenigen Jahren werde das Haus Helena die Früchte der neuen, verbesserten Pflegeausbildung ernten. Kohlhaas ist außerdem von den konstruktiven Gesprächen begeistert, die den Verbund zusammenhalten.
Die angehenden Pflegefachkräfte werden nicht nur in Altenpflege ausgebildet. Die Akutpflege lernen die Auszubildenden in den DRK Krankenhäusern in Altenkirchen, Asbach, Hachenburg und Neuwied. Für die Krankenhäuser freut sich die Alice Schwesternschaft Mainz vom DRK auf Bewerbungen an das Bildungszentrum in Hachenburg. Eine Liste der praktischen Ausbildungsträger für die 28 ambulanten Pflegedienste und die 32 stationären Pflegeeinrichtungen gibt es bei der BBS Westerburg.
Damit der Ausbildungsverbund Westerwald funktioniert, ist eine enge Zusammenarbeit der Schulen und Einrichtungen nötig. Sonja Diehl, stellvertretende Schulleiterin der BBS Westerburg, ist vom Austausch mit den Einrichtungen begeistert. „Wir lernen wirklich viel voneinander“, sagt Diehl. Wichtig sei aber, dass Interessierten  mitgeteilt wird, wie einfach sie an der Ausbildung im Westerwaldkreis teilnehmen können.  „Ziel muss es sein, mehr Pflegefachkräfte in unserer Region auszubilden.“ Wie vielfältig die Ausbildung vor der Haustür ist, sei vielen Interessierten gar nicht bewusst, vermutet Diehl.
Der Pflegeberuf ist auch für Menschen auf dem zweiten Bildungsweg oder Neueinsteiger nach Elternzeit attraktiv. „Arbeiten in der Pflege ist einer der wichtigsten Jobs in unserer Gesellschaft“, sagt Corinna Kronsteiner-Buschmann. „Durch unser breites Netz im Ausbildungsverbund, liegen alle Möglichkeiten für einen guten Berufsstart in der Pflege direkt in der Region.“